Küstendüne

Dünenentwicklung mit Strandhafer

Zwischen Spülsaum und Dünengürtel entsteht zunächst die Primär- oder Vordüne. Dort halten salzverträgliche Pflanzen wie Strandquecke (Elymus farctus, syn.: Agropyron junceum), Stranddistel (Eryngium maritimum) und Strand-Salzmiere (Honckenya peploides) den angewehten Sand fest. Durch Regenwasser verringert sich nach und nach der Salzgehalt, hat sich erst einmal ein Süßwasservorrat gebildet, siedelt sich der Strandhafer (Ammophila arenaria) und Strandroggen (Leymus arenarius, syn.: Elymus arenarius) an.

S Zufliegender Sand
1 Sandablagerungen im Windschatten der Pflanze
2 Sandablagerungen vor der Pflanze
3 Überwehung mit Sand und Durchwachsen
4 Bildung eines zweiten Wurzelhorizontes, Rhizombildung, Verbreitung durch Ausläufer
5 Weiteres Durchwachsen, Ausläufer bilden ein Wurzelsystem, das den Sand festhält
6 Bis max. 25 m kann die Weißdüne anwachsen, dann erreicht der Strandhafer seine natürliche Wachstumsgrenze. Durch Pilz- und Nematodenbefall sterben die Wurzeln langsam ab, der Strandhafer wird nach und nach durch andere Arten verdrängt (siehe Graudüne)
Ständige Sandüberwehungen aus meist kalkreichem, weißem Sand durchwächst der Strandhafer schnell und bildet in jeder Sandschicht neue Wurzeln. Dadurch entsteht die Weißdüne, deren kennzeichnende Vegetation eine Strandhafer-Strandroggen-Gesellschaft (Elymo-Ammophiletum) ist und die bis zu 25 m hoch werden kann.
7

Im Laufe der Zeit siedeln sich im Windschatten der Vegetation auch empfindlichere Pflanzen an, die Oberfläche wird stärker bewachsen und es kommt zu ersten Humusbildungen. Es entwickelt sich die Graudüne, die Sandüberwehungen sind zum Stillstand gekommen. Hier hält sich der Strandhafer noch eine Weile, bis er völlig durch andere Arten verdrängt wird, z.B. Strandbeifuß (Artemisia maritima), Gänsefingerkraut (Potentilla arenaria) und Mauerpfeffer (Sedum acre).

Den Abschluß bei der Entwicklung bildet die Braundüne, dickere Humusschichten und saure Bodenverhältnisse begünstigen die Ansiedlung von Zwergsträuchern wie Krähenbeere (Empetrum nigrum), Kriechweide (Salix repens) und Besenheide (Calluna vulgaris). Größere Gehölze wie Sanddorn (Hippophae rhamnoides) und die Kartoffelrose (Rosa rugosa) folgen und an nicht so windexponierten Standorten entwickelt sich später der Küsten-Kiefernwald.